NRW-Nachwuchs erringt deutsche Stützpunktmeisterschaft

 

(ck) Der Sieg des in Unna beheimateten NRW-Stützpunkt-Teams (U 17) stellt einen der größten Erfolge der Nachwuchsarbeit in NRW in den letzten Jahren dar. Bei dieser erstmals ausgetragenen Meisterschaft der in dieser Saison auf Bundesebene neu errichteten dezentralen Stützpunkte muss der NRW-Sieg einerseits als Riesenüberraschung andererseits aber auch als Nachweis harter und engagierter Arbeit bewertet werden. Dies umso mehr, als gerade die NRW-Jahrgänge 83/84 in den Jahren zuvor bei Vergleichsspielen mit den anderen Landesbänden nicht gerade nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hatten. Diese Stützpunkte wurden jedoch eingerichtet, um Spielern noch einmal die Gelegenheit zu geben, ihre Fortschritte zu zeigen und noch den Sprung in die Nationalkader zu schaffen. Den anwesenden Bundestrainern werden die guten Leistungen nicht entgangen sein.

 

Bestens vorbereitet und höchst motiviert fuhren die NRW-Jungs nach Füssen und trafen am Samstag Abend im Halbfinale auf Berlin. Von der ersten Minute an zeigte das NRW-Team prächtigen Einsatzwillen und setzte die technisch guten Berliner gehörig unter Druck. Berlin kam eigentlich nie richtig ins Spiel und wurde über lange Spielperioden regelrecht im eigenen Drittel eingeschnürt. Doch hielt Keeper Krüger durch eine hervorragende Leistung lange Zeit das Ergebnis offen. Berliner Konter waren dennoch stets gefährlich. Nach der 5:1-Führung im letzten Drittel war das Spiel gelaufen, und NRW steckte ein wenig zurück, so dass den Berlinern noch eine Ergebniskosmetik gelang.

 

Am nächsten Morgen war der Stützpunkt Bayern-Süd, der sich in Bayern durchgesetzt hatte, der Endspielgegner. Die Bayern stützten sich weitgehend auf die Spieler des deutschen Jugendmeisters SC Riessersee. Das war natürlich eine zusätzliche Motivation für die Kölner Spieler im NRW-Team, die durch einen Sieg Revanche für die verpasste Meisterschaft nehmen konnte. So entwickelte sich von Beginn an ein hervorragendes Spiel mit enormem Tempo und großem Einsatz - der jedoch immer fair blieb - auf beiden Seiten.  NRW produzierte sofort ungeheuren Druck und ging schnell in Führung. Bayern konnte jedoch ausgleichen, doch nahm NRW eine 3:1 Führung in die erste Drittelpause. Im zweiten Durchgang erhöhte Bayern das Tempo und bei NRW schienen nach dem schweren Spiel vom Vortage die Kräfte zu schwinden. So kam Bayern zum Ausgleich, doch gelang dem NRW-Team kurz vor der Drittelpause die erneute Führung. Kurz nach Beginn des Schlussdrittels kam Bayern erneut zum Ausgleich, doch zeigte das NRW-Team Charakter und mobilisierte die letzten Kräfte. Insbesondere die Reihe um Kapitän Grygiel war nicht mehr zu bremsen und erzielte noch schöne Tore zum letzlich verdienten Sieg. Großen Anteil am Erfolg hatten auch Keeper Dimitri Pätzold, der sich in überragender Verfassung präsentierte, und Christoph Ullmann, der in beiden Spielen ein enormes Arbeitspensum erledigte. Als Anerkennung für die Leistungen wurde der Mannschaft von DEB-Vizepräsident Rudolf Schnabel bei der Siegerehrung eine Länderspielreise geschenkt.

 

NRW - Berlin 5:3 (2:0, 1:1, 2:2)

1:0 (19:13) Stolikowski (Ullmann, Angermann)

2:0 (19:40) Grygiel

3:0 (25:48) Müffeler

3:1 (32:14) Wonneberger (Barta)(4:5)

4:1 (48:24) Ullmann (Angermann, Müffeler)

5:1 (51:28) Grygiel (Palmowski)

5:2 (56:47) Engel (Wonneberger, Barta)

5:3 (58:16) Barta (Pyka)

 

Strafzeiten: NRW 16, Berlin 6

 

 

NRW - Bayern-Süd 9:5 (3:1, 1:2, 5:2)

1:0 (04:19) Grygiel (Hospelt, Baldys)

1:1 (05:22) Eichberger (Vollmer)

2:1 (06:53) Hospelt (Schlesinger, Frach)

3:1 (08:57) Frings

3:2 (32:00) Menge (Ullmann, Bauer)

3:3 (34:45) Mellischko (Vollmer, Veitenhansl)

4:3 (37:15) Ullmann (Stolikowski)

4:4 (41:16) Bauer (Menge, Kruck)

5:4 (47:56) (Grygiel)

6:4 (53:55) Grygiel (Baldys)

7:4 (58:32) Angermann

7:5 (59:13) Mellischko (Eichberger)

8:5 (59:36) Grygiel

9:5 (59:51) Baldys (Grygiel, Kreuzmann)

 

Strafzeiten: NRW 10, Bayern 0

 

Die Meistermannschaft:

Tor: Björn Reinke (IEC), Dimitri Pätzold (KEC), Maurice Kamp (KEV/Abruf)

Verteidiger: Thomas Frach (ESC Moskitos), Alexander Frings, Stephan Kreuzmann, Tobias Stolikowski, Thomas Sülzner (alle KEC), Tim Schulz (IEC), Roman Palmowski (KEV), Sven Pütz (IEC/Abruf)

Stürmer: Ingo Angermann, Matthias Baldys, Kai Hospelt, Sascha Jobst, Axel Müffeler, Pascal Chowaniec, Sebastian Osterloh, Christoph Ullmann (alle KEC), Adrian Grygiel, Christian Schlesinger (beide KEV), Manuel Jahrendt (IEC), Christoph Linden (KEC/Abruf), Christian Nieberle (ESC Moskitos/Abruf)